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Gemeinde-Chronik Spannberg

Zweifellos ist Spannberg eine sehr alte Ortschaft, deren erste urkundliche Nennung mit dem hier wohnhaft gewesenen Geschlecht der Spannberger in Verbindung gebracht wird .

POPPO de SPANGENBERCH wird in zwei Urkunden als Zeuge erwähnt, die in der Regierungszeit des Herzog Leopold ausgestellt wurden. Die eine trägt das Datum:

2. Juli 1205, die andere ist ohne Datum, muß aber aufgrund des Regierungsbeginnes des Herzog Leopold und des verwendeten Siegels aus der Zeit zwischen 1198 und 1214 stammen. Schon damals muß eine ausgedehnte Burganlage bestanden haben, von deren Existenz erstmals in einem Schriftstück vom 12. Mai 1277 die Rede ist, in dem ausdrücklich ein Burgherr von Spannberg (wie oben) genannt wird. die Bedeutung des Ortes geht daraus hervor, da Spannberg bereits 1370 das Marktrecht erhielt.

Parallel zur aufstrebenden Entwicklung des Ortes vollzog sich auch die der Kirche. Aus der Nennung eines Dechants zu Spannberg in einer Urkunde aus dem Jahr 1262 ist wohl zu schließen, daß es sich schon zu dieser Zeit um eine eigenständige und sichtlich bedeutende Pfarre gehandelt haben dürfte.

Die erste ausdrückliche Erwähnung einer Pfarrkirche zu Spannberg erfolgte 1325, die spätestens 1369 im Besitz der CLEMENTER, einem niederösterreichischen Adelsgeschlecht, war. Das Patronatsrecht unserer Kirche wurde dem Deutschen Orden von Hans CLEMENTER, dem  Lehensträger des Bischofs von Passau, Georg von Hohenlohe im Jahre 1391 geschenkt.

Unsere Gemeinde feierte am 23. Juni 1991 den 600-jährigen Bestand einer Deutschordenskirche in Spannberg.

Spannberg hat außer der Pfarrkirche und dem Tumulus (Kleiner Berg), welcher zur Zeit der Kuruzzeneinfälle als Wehranlage diente, mehrere Bildstöcke, Kapellen und Wegkreuze.

Im Jahre 1924 wurde auf dem Tumulus eine Friedenskapelle errichtet, deren Altarbild, sowie jenes der Pfarrkirche von dem in Spannberg ansässig gewesenen Bildhauer und akad. Maler Prof. Wilhelm SEIB stammen.

Prof. Seib wurde 1854 in Stockerau geboren, er verstarb 1923 total verarmt in Spannberg, wo er auch begraben ist. Prof. Seib wurde berühmt durch seine Arbeiten, wie DÄDALUS und IKARUS, die die Bronzegruppen RUDOLF von HABSBURG, DES SÄNGERS FLUCH, die Reiterstatuetten GRAF STARHEMBERG und SCHUHMANN und GIRLANDEIO, sowie einige Arbeiten im Wiener Parlament und viele anderen im benachbarten Italien.  Die SEIBVILLA steht unter Denkmalschutz und ist in Privatbesitz.
 
Spannberg hat derzeit 958  Einwohner und 429 Häuser, vor dem 2. Weltkrieg waren es noch 1284 Einwohner und 467 Häuser. Unser Burgfrieden umfaßt 19,55 km², Spannberg liegt auf einer Seehöhe von 186 m.
 
Wir betreiben einen 2-gruppigen Kindergarten mit neuem Bewegungsraum und derzeit eine vierklassige Volksschule mit einem angeschlossenen Kinderhort für 13 Volksschulkinder.

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